Usedom – eine Insel, die zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands zählt, ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Erholungssuchende. Nicht nur die endlosen Sandstrände der Ostsee ziehen jährlich Tausende Besucher an, sondern auch das faszinierende Binnengewässer, das Achterwasser, verzaubert mit seiner ruhigen und ursprünglichen Landschaft. Doch was genau macht das Achterwasser so besonders, und warum lohnt sich ein Besuch auf dieser Seite der Insel Usedom?
Was ist das Achterwasser?
Das Achterwasser ist eine große Lagune im Binnenland Usedoms, die durch den schmalen Küstenstreifen von der Ostsee getrennt ist. Es bildet den westlichen Teil des Peenestroms, der die Insel vom Festland Mecklenburg-Vorpommerns trennt. Im Gegensatz zur offenen See zeigt sich das Achterwasser oft ruhig und friedlich – ein ideales Revier für Wassersportler, Naturfreunde und Ruhesuchende.
Seinen Namen verdankt das Achterwasser vermutlich der niederdeutschen Bezeichnung „Achter“, was „hinten“ bedeutet, da es sich quasi hinter der Ostseeküste befindet. Mit seiner malerischen Landschaft, den kleinen Buchten und den stillen Dörfern am Ufer bietet das Achterwasser einen perfekten Kontrast zur oft lebhaften Ostsee.
Naturparadies Achterwasser: Flora und Fauna
Das Achterwasser ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch ein einzigartiger Lebensraum für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Das Feuchtgebiet rund um das Achterwasser gehört zum Naturpark Insel Usedom und bietet zahlreichen Vogelarten, darunter Fischadlern, Graureihern und Kranichen, ideale Brut- und Rastplätze. Für Vogelbeobachter ist das Gebiet ein wahres Paradies – mit etwas Glück lassen sich hier auch Seeadler majestätisch über dem Wasser kreisen sehen.
Die Ufer des Achterwassers sind geprägt von Schilfgürteln, grünen Wiesen und kleinen Wäldern, die sich bis ans Wasser erstrecken. Das flache Wasser des Achterwassers ist Heimat vieler Fischarten und bietet daher auch Anglern ideale Bedingungen. Vor allem Hechte, Zander und Barsche sind in diesem Gewässer zahlreich vertreten.























Peenemünde,
ein kleiner Ort im Nordwesten der Insel Usedom, ist vor allem durch seine historische Bedeutung im Zweiten Weltkrieg bekannt. Heute ist Peenemünde jedoch ein spannendes Reiseziel für Geschichtsinteressierte, Technikfans und Naturfreunde. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in Peenemünde:
1. Historisch-Technisches Museum Peenemünde (HTM)
Das Historisch-Technische Museum Peenemünde ist sicherlich die bekannteste Attraktion des Ortes. In den 1930er und 1940er Jahren war Peenemünde Standort der Heeresversuchsanstalt, in der die Nationalsozialisten an der Entwicklung von Raketenwaffen, insbesondere der berüchtigten V2-Rakete, arbeiteten. Diese Rakete gilt als Vorläufer der heutigen Raumfahrttechnik, hat jedoch gleichzeitig eine dunkle Geschichte, da sie im Krieg als Waffe eingesetzt wurde.
Das Museum dokumentiert diese Geschichte ausführlich. Besucher erfahren mehr über die technischen Entwicklungen und den historischen Kontext, aber auch über die ethischen Fragen, die mit der Raketenforschung in Verbindung stehen. Auf dem weitläufigen Gelände können zudem Originalgebäude und Anlagen besichtigt werden, darunter die Überreste von Bunkern und Produktionsstätten.
2. U-Boot-Museum (U-461)
Ein weiteres Highlight in Peenemünde ist das U-Boot-Museum, das ein echtes sowjetisches U-Boot der Juliett-Klasse (U-461) ausstellt. Dieses beeindruckende Exponat liegt im Hafen von Peenemünde und kann komplett von innen besichtigt werden. Besucher können die engen Räume erkunden und einen Einblick in das Leben an Bord eines solchen U-Boots gewinnen. Für Technikfans ist dies ein absolutes Muss, da es einen seltenen Blick in die Unterwasserkriegsführung des Kalten Krieges bietet.
3. Phänomenta Peenemünde
Für Familien und besonders für junge Entdecker ist die Phänomenta Peenemünde ein großartiges Ziel. Dieses interaktive Wissenschaftsmuseum lädt Besucher ein, durch verschiedene Experimente Naturgesetze spielerisch zu erforschen. Es gibt über 200 Exponate, die physikalische Phänomene aus Bereichen wie Optik, Mechanik und Elektrizität erklären. Kinder und Erwachsene können ausprobieren, staunen und lernen – ein tolles Erlebnis für alle Altersgruppen.
4. Kraftwerk Peenemünde
Das alte Kraftwerk Peenemünde ist ein weiteres historisches Bauwerk und ein wichtiges Teil des Historisch-Technischen Museums. Es wurde während der NS-Zeit errichtet, um die Stromversorgung für die Heeresversuchsanstalt und die Raketenproduktion sicherzustellen. Heute wird das Gebäude als Teil der Ausstellung genutzt und bietet eine beeindruckende Kulisse für Veranstaltungen und Kunstprojekte.
5. Flugplatz Peenemünde
Der ehemalige Flugplatz Peenemünde war ein wichtiger Bestandteil der militärischen Forschungseinrichtungen. Heute ist er ein kleiner ziviler Flugplatz, der Rundflüge anbietet. Aus der Luft kann man einen wunderbaren Blick auf Peenemünde, das Achterwasser und die Umgebung genießen. Historisch Interessierte finden hier zudem einige Informationstafeln, die die Bedeutung des Flugplatzes während der Raketenforschung erklären.
6. Natur in Peenemünde
Abseits der historischen Sehenswürdigkeiten hat Peenemünde auch viel Natur zu bieten. Die Landschaft rund um den Ort ist geprägt von weiten Küsten, Wäldern und dem Peenestrom, einem Seitenarm des Stettiner Haffs. Die Region eignet sich hervorragend für ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradtouren. Besonders lohnenswert ist ein Besuch der Krumminer Wiek, einer Bucht, die besonders bei Seglern und Naturfreunden beliebt ist.
7. Peenemünder Hafen
Der Hafen von Peenemünde ist ein charmantes Ziel für einen Spaziergang oder eine Pause. Hier legen neben dem U-Boot-Museum auch Ausflugsschiffe ab, die Touren in die Umgebung anbieten, beispielsweise nach Rügen oder in die Lagunenlandschaft des Peenestroms. Der Hafen hat zudem einen maritimen Charakter, der die industrielle Vergangenheit des Ortes mit seiner heutigen Nutzung verbindet.
8. Raketenstartplätze und Denkmäler
Rund um Peenemünde gibt es mehrere Plätze, an denen früher Raketentests durchgeführt wurden. Einige dieser historischen Stätten sind durch Informationstafeln markiert, die einen Einblick in die Geschichte und den Zweck der Anlagen geben. Auch Denkmäler, die an die Opfer der Zwangsarbeit erinnern, die bei der Raketenproduktion eingesetzt wurden, gehören zum Mahnmalcharakter von Peenemünde.
Fazit: Peenemünde – Geschichte, Technik und Natur vereint
Peenemünde ist mehr als nur ein historischer Ort. Es ist ein spannender Mix aus Geschichte, Technik und Natur, der für viele Zielgruppen etwas zu bieten hat. Egal, ob man sich für die Raketenentwicklung, U-Boote oder die unberührte Natur interessiert – Peenemünde ist ein lohnendes Ziel auf der Insel Usedom.
Aktivitäten am Achterwasser
Obwohl das Achterwasser eher als ruhiges Binnengewässer bekannt ist, bietet es eine Vielzahl von Aktivitäten für die Besucher der Insel Usedom. Segeln, Windsurfen und Kajakfahren sind beliebte Freizeitbeschäftigungen auf dem Achterwasser, da die Windverhältnisse oft ideal für den Segelsport sind. Für Anfänger sind die ruhigen Bedingungen optimal, um die ersten Schritte im Wassersport zu wagen.
Auch für Stand-Up-Paddler ist das Achterwasser ein Traum: Das ruhige Wasser bietet ideale Voraussetzungen für entspannte Touren entlang der Küste, vorbei an idyllischen Dörfern wie Zempin oder Loddin, die direkt am Achterwasser liegen. Wer es sportlicher mag, kann auch größere Strecken paddeln und dabei die abwechslungsreiche Naturkulisse genießen.
Für Radfahrer und Wanderer gibt es rund um das Achterwasser zahlreiche gut ausgebaute Wege. Besonders die Uferwege entlang des Wassers bieten herrliche Ausblicke auf die Lagune und die umliegenden Dörfer. Die Achterwasser-Rundtour ist eine der beliebtesten Radrouten auf Usedom, die durch malerische Landschaften und stille Fischerdörfer führt.
Idyllische Dörfer und historische Orte
Rund um das Achterwasser gibt es viele charmante Dörfer, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Orte wie Loddin, Zempin, Rankwitz oder Kamminke bieten Einblicke in das traditionelle Leben auf Usedom. Kleine Fischerkaten, reetgedeckte Häuser und urige Dorfkirchen prägen das Bild dieser Gemeinden, die oft noch vom Fischfang und der Landwirtschaft leben.
Ein besonderes Highlight ist das Fischerdorf Rankwitz, das direkt am Achterwasser liegt und mit seinem Hafen ein beliebtes Ziel für Bootsausflüge ist. Hier lässt sich das maritime Leben der Insel hautnah erleben – frischer Fisch wird direkt vom Kutter verkauft, und in kleinen, familiengeführten Gaststätten kann man fangfrischen Fisch genießen.
Ein weiteres lohnenswertes Ausflugsziel ist der Lieper Winkel, eine Halbinsel im Achterwasser, die mit ihrer nahezu unberührten Natur und Abgeschiedenheit beeindruckt. Diese Gegend ist besonders für Wanderer ein Geheimtipp, die hier eine der ursprünglichsten Landschaften Usedoms entdecken können.
Entspannung und Erholung
Das Achterwasser ist der ideale Ort, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Die ruhige Atmosphäre, das glitzernde Wasser und die weiten Horizonte sorgen dafür, dass man den Alltag schnell hinter sich lässt. Viele Ferienhäuser und kleine Pensionen direkt am Ufer des Achterwassers bieten die perfekte Kulisse für einen entspannten Urlaub in der Natur.
Für Wellnessliebhaber bieten die nahegelegenen Seebäder der Insel Usedom, wie Heringsdorf, Bansin oder Ahlbeck, zahlreiche Spa-Angebote und Thermen, um den Urlaub mit einer Extraportion Entspannung zu genießen.
Achterwasser – das stille Juwel Usedoms
Die Insel Usedom hat weit mehr zu bieten als nur ihre berühmten Ostseestrände. Das Achterwasser, mit seiner ruhigen und ursprünglichen Landschaft, ist ein wahres Juwel für alle, die Natur und Entschleunigung suchen. Ob Wassersport, Wandern oder einfach nur die unberührte Natur genießen – das Achterwasser bietet eine wunderbare Möglichkeit, die Insel Usedom von ihrer ruhigeren, aber nicht weniger reizvollen Seite zu erleben.
Für alle, die dem Trubel der Ostseebäder entkommen wollen, ist das Achterwasser der perfekte Rückzugsort. Hier kann man die Natur in vollen Zügen genießen und eintauchen in die friedliche Welt der Insel Usedom.
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